Die Geschichte der alten Wachtürme

Übernahme und Sanierung „Dicker Turm”

Vergangenes lebendig werden zu lassen, ist eines der ständigen Anliegen der Ratinger Jonges im Rahmen ihres Programms der Brauchtumspflege.

Unter diesem Aspekt, ist die Übernahme und Sanierung des „Dicken Turms” zu sehen.

Der "Dicke Turm" war einer der fünfzehn Wachtürme, die im 15. Jahrhundert errichtet wurden. Er ist dreizehn Meter hoch, sein Mauerwerk misst mehr als drei Meter.

Am "Dicken Turm" mit anschließenden Mauerresten, dem Graben und der zweiten Stützmauer lässt sich die Bauweise der Befestigung hervorragend nachvollziehen. Die steinernen Stadtmauern von Ratingen waren 7 Meter hoch und zwei Meter dick. Als Baumaterial dienten Bruchsteine aus stadteigenen Steinbrüchen. Es gab eine äußere und eine innere Ringmauer, die teilweise durch einen Wehrgang verstärkt wurden. Schon 1362 waren die vier Stadttore vorhanden. Der erste Rang gebührte dem Obertor und dem Bechemer Tor, denn nur durch sie zog der Landesherr bei Besuchen in die Stadt ein. 1439 begann man mit dem Bau des ersten Wachturms, des Taubenturms.

Vor der Mauer befand sich ein acht Meter breiter und fünf Meter tiefer Stadtgraben, der nur an den vier Torburgen von Zugbrücken überbrückt wurde. Vor dem Graben lag außerdem ein mit Bäumen bepflanzter Wall. In dem Stadtgraben betrieb die Stadt eine Fischzucht.

Näherte sich ein Feind der Stadt, so gab die Wache, die sich auf dem Kirchturm von St. Peter und Paul aufhielt, sofort Alarm. Die Tore wurden geschlossen, die Bürger wurden zusammengerufen, um geeignete Maßnahmen zur Verteidigung zu treffen.

Um diese Überlieferungen in einem genutzten Objekt wach zu halten, sind die Ratinger Jonges daran interessiert, den Dicken Turm zu erhalten. Zur Zeit wird geprüft, wie hoch der Aufwand einer Sanierung des Turms sein wird. Erst im Frühjahr 2006, wenn alle Kosten festgestellt sind, wird die Entscheidung über die Übernahme des Dicken Turms fallen.