Neues Leben in alten Gemäuer

Seit Jahrzehnten ist an diesem historischen Bauwerk immer wieder etwas gemacht worden, doch mehr als Ausbesserungen kamen dabei nicht heraus. Gemeint ist einer der alten Wehrtürme, der "Dicke Turm". Nun hat sich der größte Heimatverein der Stadt Ratingen, die "Ratinger Jonges" auf die Fahne geschrieben, das alte Gemäuer von Grund auf zu sanieren und zu renovieren.

Schon seit längerer Zeit haben die Jonges auf den mittelalterlichen Turm ein Auge geworfen, der sich in einem trostlosen Zustand befindet. Nach ersten gutachtlichen Bewertungen konnten nun bei der Jahreshauptversammlung die im Vorstand gereiften Pläne den Mitgliedern vorgestellt werden.

Die vom Vorstand (Klaus Hamacher und Guido Multhaupt) in Verbindung mit dem Architekten Bruno Lambart, Burgherr von Haus zu Haus, erarbeiteten Pläne wurden den Mitgliedern so transparent gemacht, dass sie sich ein Bild vom neuen Turm machen konnten.

Kontroverse Diskussionen, als nach Einholung aller Angebote die erforderliche Summe von 91.500 Euro genannt wurde, waren nicht zu vermeiden. Die Summe wurde sogar auf 110.000 Euro aufgestockt, um eventuellen Unwägbarkeiten vorzubeugen. Mit der städtischen Denkmalbehörde wurde Einigkeit erzielt.

In drei Bauabschnitten soll der Turm neu entstehen. Mit einem Betrag von 35.000 Euro, den die Jonges als Rücklage sofort zur Verfügung stellen können, wäre der erste Bauabschnitt gesichert: Trockenlegung durch ein Dach, Fensterdurchbrüche und Rohbaumaßnahmen.

Der Verein will versuchen, die nächsten Bauabschnitte teilweise durch Sponsoren und weitere Mitgliedsbeiträge zu finanzieren. Der Turm soll dann einmal einen Raum von ca. 70 qm mit Archiv, Toilette, kleiner Küche und Versammlungsraum erhalten und nicht nur den Jonges, sondern allen Bewohnern und Gästen offen stehen.