Hauser Kapellle

Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am zweiten Sonntag im September den Tag des offenen Denkmals bundesweit. Am Tag des offenen Denkmals öffnen bundesweit mehr als 7500 historische Bauten und Stätten ihre Türen für Millionen kultur- und geschichtsbegeisterter Besucher. In Ratingen hatten die Jonges zur Besichtigung der Hauser Kapelle eingeladen, was dankbar angenommen wurde. Zeitweise war die kleine Kapelle überfüllt. Guido Multhaupt vom Vorstand der Ratinger Jonges und Dieter Wellmann konnten weit mehr als  50 Gäste begrüßen und ihnen die Geschichte des Bauwerks näher bringen, das die Jonges vollständig restauriert und so vor weiterem Verfall bewahrt hatten.

Die Hauser Kapelle wurde 1685 gebaut. Der Barockbau mit Glockentürmchen gehörte ursprünglich zum Rittersitz „Haus zum Haus“, dessen Besitzer sie nach einer Hochwasserkatastrophe errichten ließ. Das Allianzwappen der früheren Besitzer ist im Giebeldreieck zu erkennen. Die Hauser Kapelle gehört auch zu den sieben Fußfällen – Stationen, an denen man betete, wenn Unheil die Familie traf. Vor allem Kinder brachen zu diesem an sieben Kreuzen vorbeiführenden Bittgang auf, um für einen kranken Verwandten zu beten.

1945 wurde die Kapelle stark beschädigt und notdürftig repariert. 1986 wurde die Kapelle mit Spenden der Ratinger Jonges restauriert. Damit zeigten die Jonges, wie durch die Initiative engagierter Bürger ein sehenswertes Baudenkmal erhalten werden kann. Gleichzeitig übernahm der Heimatverein das Patronat über die Kapelle. Seither trifft man sich einmal jährlich dort zu einem ökumenischen Gottesdienst. 2008 stellte der Ratinger Jong Wilhelm Blasberg den Kontakt zu dem bekannten Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim her. Seitdem schmücken Bilder mit Gerresheims  Kreuzwegstationen den Innenraum und bilden einen reizvollen Kontrast zu der einfach gestalteten Kapelle.