Jonges auf Spurensuche

Der Bauch Düsseldorfs

Die Jonges wollten das neue Wohnviertel „Le Quartier Central“ auf dem ehemaligen Gelände des Derendorfer Güterbahnhofsgeländes kennen lernen. Dafür hatten sie Manfred Hebenstreit eingeladen.

Hebenstreit, Historiker und Mitglied der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine, war für dieses Thema der richtige Ansprechpartner und Begleiter.

Es fing direkt spannend an: Wo früher die Lokomotiven dampften, stehen heute moderne Luxuswohnungen. Sie haben dem ehemaligen Güter-und Rangierbahnhof Derendorf ein ganz neues Gesicht gegeben.

Aber bis es soweit war, ist es eine lange Geschichte, die bereits am 1. Januar 1877 mit der Eröffnung begann. In den weiteren Jahren nahm der Derendorfer Bahnhof eine rasante Entwicklung.

1889 wurde ein Empfangsgebäude für den Personenverkehr gebaut, sodass anschließend Güter und Personen abgefertigt werden konnten.

Ab 1936 wurde durch einen erneuten Umbau der Bahnhof so vergrößert, dass er sich dem erhöhten Güteraufkommen anpassen konnte.

Der neue Güterbahnhof erlebte dann von 1941 bis 1944 auch seine schlimme Zeit. Von hier wurden ca. 6.000 Düsseldorfer Bürger jüdischen Glaubens in Ghettos und Konzentrationslager deportiert.

Nach dem Krieg diente der Bahnhof ausschließlich dem Gütertransport. Aber durch die Umstrukturierung des Güterverkehres, verlor der Bahnhof mit der Zeit immer mehr an Bedeutung, sodass ab 2000 mit der Planung für das heutige neue Stadtviertel „Le Quartier Central“ begonnen wurde.

Ein Stadtviertel, das nahe am Menschen geplant und gebaut wurde.

Es gibt wohl kein Wohngebiet mitten in Düsseldorf auf einer Größe von 360.000 Quadratmetern, das so viel Abwechslung bietet, wie das Gelände auf dem ehemaligen Güterbahnhof.

Ein Wohngebiet, das neue Maßstäbe setzt und den Namen  „Le Quartier Central“ zu Recht trägt, denn es ist mit einer einmaligen Infrastruktur versehen: Wohnen, Studieren, Arbeiten, Bummeln und Ausgehen alles in unmittelbarer Nähe.

Ein wichtiger Faktor für die circa 12.000 Menschen, die hier leben und arbeiten, ist auch die unmittelbare Nähe zur Düsseldorfer City.

Der einstige „Bauch der Stadt“, so Manfred Hebenstreit mit seinem ehemaligen Schlachthof, Milchhof, Brauereien und dem Derendorfer Güterbahnhof hat sich gewaltig verändert. Ein moderner, innovativer Stadtteil, der nicht wieder zu erkennen ist.