En Scholl för Düsseldorfer Platt

Foto: D.Wellmann

Die Ratinger Jonges fühlen sich ihrer Heimat stark verbunden, das sieht man immer wieder daran, dass in ihrem Jahresprogramm Beiträge und Besichtigungen von historischer Bedeutung aufgenommen werden.

In diesem Jahr begann die historische Spurensuche mit einem Vortrag über den Düsseldorfer Mundartdichter Hans Müller-Schlösser und einer seiner bekanntesten Romanfiguren „Schneider Wibbel“.

Für dieses Thema hatten die Jonges  im Spiegelsaal des Brauhauses den Historiker und Düsseldorf-Experten  Manfred Hebenstreit, Mitglied der Aktions-Gemeinschaft-Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine, eingeladen.

Er breitete die Vita Müller-Schlössers so spannend vor den Zuhörern aus, dass man das Gefühl hatte, es persönlich erlebt zu haben.

Die Jonges erfuhren, dass Hans Müller-Schlösser 1884 in Düsseldorf als Sohn eines Seefahrers geboren wurde und dass die Tagebücher seines Vaters die ersten Anstöße zu seiner späteren schriftstellerischen Tätigkeit waren.

Als er 1956 verstarb hinterließ er ein umfangreiches Gesamtwerk an Gedichten, Bühnenstücken, Erzählungen, Heimatgedichte und Erinnerungen, viele davon in Mundart. Er war damit einer der meistgelesenen Mundartdichter seiner Zeit und hochgeehrt.

Sein wohl weltweit bekanntestes Werk, so Hebenstreit, ist die Romanfigur Schneider Wibbel.

Müller-Schlössers Erzählung von Schneider-Wibbel wurde nach der Veröffentlichung so bekannt, dass sie erstmals 1913 am Düsseldorfer Schauspielhaus und sogar 1938 mit Kompositionen von Mark Lothar an der Staatsoper“ Unter den Linden“ in Berlin aufgeführt wurde.

Die Düsseldorfer Bürger werden tagtäglich an Hans Müller-Schlösser und Schneider Wibbel erinnert, denn nach ihnen sind in der Düsseldorfer Altstadt Gassen benannt und außerdem trägt die von den Düsseldorfer Mundartfreunden 1987 gegründete Akademie den Namen „Hans-Müller-Schlösser-Akademie“.

„En Scholl för Düsseldorfer Platt“.

Für die Ratinger Jonges ein weiterer Baustein ihrer historischen Spurensuche.