Sanierung der Hauser Kapelle

„Eine Stadt wie Ratingen kann stolz sein, in ihren Reihen Bürger zu haben, die sich so für ihre Stadt einsetzen wie die Ratinger Jonges und wenn es die Jonges nicht schon geben würde, müsste man sie einfach erfinden“,  sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Anne Korzonnek am Samstag 13. Juli 2013 bei den Feierlichkeiten aus Anlass der traditionell, jährlich stattfindenden ökumenischen Andacht und dem Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Hauser Kapelle vor einer großen Zahl von Jonges und Gästen. Als Ehrengäste konnte der Baas Georg Hoberg neben den Vertretern von Sponsoren wie der Spee’schen Familie, der NRW-Stiftung der Stadt Ratingen und der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert auch zahlreiche Handwerker begrüßen, die zum Gelingen der Arbeiten beigetragen hatten. Auch aus Verwaltung und Politik nahmen Vertreter an der Feierlichkeit teil, u.a. Landrat Thomas Hendele und MdB Peter Beyer.

Die ökumenische Andacht wurde gestaltet von den Pfarrern Benedikt Bünnagel, von der katholischen Kirche, Dr. Gert Ulrich Brinkmann, von der evangelischen Kirche und musikalisch umrahmt durch das Jugendblasorchester der städtischen Musikschule unter der Leitung von Paul Sevenich.

Die Hauser Kapelle und ihre Geschichte

Die Hauser Kapelle, auch Barbara Kapelle genannt, ist ein aus dem 17. Jahrhundert stammender Barockbau mit einem Glockentürmchen. Sie gehörte ursprünglich zum Rittersitz „Haus zum Haus“, dessen Besitzer sie nach einer Hochwasserkatastrophe errichten ließ. Die Kapelle wurde als Wege- und Stationskapelle eines Bittweges mit den sieben Fußfällen in Blickweite des befestigten Burghauses „Haus zum Haus“ errichtet und im Jahr 1685 fertiggestellt.

Im Inneren der Kapelle steht ein historisches Kleinod der letzte aus der Pfarrkirche St. Peter und Paul existierende Barockaltar aus der Zeit um 1737, der der Hl. Barbara geweiht ist.

Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen

1945 stark beschädigt und nur notdürftig repariert, wurde 1986 die Kapelle mit Spenden des größten Heimatvereins unserer Stadt, den Ratinger Jonges restauriert und damit vor weiterem Verfall bewahrt. Mit dieser Aktion zeigten die Jonges erstmalig, wie durch die Initiative engagierter Bürger ein sehenswertes Baudenkmal erhalten werden kann. Gleichzeitig übernahm der Verein die Schirmherrschaft über die Kapelle. Seitdem trifft man sich einmal jährlich zu einem ökumenischen Gottesdienst.

2008 stellte der Ratinger Jong, Wilhelm Blasberg, den Kontakt zu dem bekannten Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim her. Mittlerweile schmücken Bilder mit einzelnen Kreuzwegstationen von Gerresheim den Innenraum und bilden einen deutlichen Kontrast zu der einfach gestalteten Kapelle.

Der Zahn der Zeit nagte an diesem historischen Bauwerk, sodass eine grundlegende Sanierung erforderlich wurde. Das Dach, die komplette Außenhaut, der Innenraum und auch der Barbara-Altar bedurften einer Grundsanierung.

Nach einer Reihe von Abstimmungsgesprächen, an denen vom Vorstand der Ratinger Jonges, Baas Georg Hoberg, Guido Multhaupt, zuständig für Stadtbildpflege, Klaus Hamacher, zuständig für historische Bauten, sowie Frau Anna-Maria Voss von der Unteren Denkmalbehörde, der Landeskonservator Dr. Klaus Kretzschmar, der Restaurator Martin Hammer vom Amt für Denkmalpflege im Rheinland, die Restauratorin Frau Diana Grass und Mitarbeiter Ratinger Fachfirmen teilnahmen, wurden für die einzelnen Sanierungsmaßnahmen an der Kapelle und Restaurierungsmaßnahmen am Barbara-Altar Kostenvoranschläge eingeholt. Zugleich wurden Anträge auf Förderung des Projektes an die NRW-Stiftung, die Stadt Ratingen, die Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert und die Spee`sche Zentralverwaltung als Eigentümerin der Liegenschaft gestellt. Durch Zuschüsse und Fördermittel sollte der überwiegende Anteil an Aufwendungen in Höhe von          ca. EUR 53.000,-- gedeckt werden.

Bei der Jahreshauptversammlung am 16. März 2012 wurde die Gesamtmaßnahme einschließlich der Kostenschätzung der Mitgliedschaft vorgestellt. Mit überwältigender Mehrheit wurde der Vorschlag des Vorstandes angenommen, die Kapelle zu sanieren und den Altar zu restaurieren.

Die Arbeiten begannen im Juli 2012. Zuerst wurde das Dach gereinigt und schadhafte Stellen der Schieferdeckung wurden ausgebessert, der hölzerne Fries gestrichen, der Sockelputz erneuert - sowohl innen als auch außen  -, die Natursteinwand, der Altarsockel und das Weihwasserbecken von Farbe befreit, und der Fußboden neu mit Natursteinplatten, Reste des in der Bechemer Straße ehemals verlegten Plattenbelags, belegt. So lebt ein Stück Ratinger Geschichte in der Kapelle weiter. In Abstimmung mit der Gräflichen Familie von Spee erhielt die Innenwand einen neuen Anstrich. Die Eingangstüren wurden in Bergisch-Grün neu gestrichen, die Fensteröffnungen mit einer neuen Verglasung versehen.

Auch auf die Herrichtung der unmittelbaren Umgebung legten die Jonges großen Wert. Das teilweise schadhafte Pflaster wurde ausgetauscht, die Böschung gesichert, das Geländer am Treppenaufgang gestrichen, zwei Bänke und ein Papierkorb aufgestellt.

Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten erstrahlt neben dem Barbara-Altar auch das Kruzifix wieder im neuen Glanze. Durch eine Zuwendung der Gräflichen Familie konnten die Skulptur der Hl. Barbara und das Leinwandgemälde „Josef mit Kind“ besonders aufwendig restauriert werden.