Besuch aus England

Nichts Außergewöhnliches, aber für den Mundartkreis der Ratinger Jonges wohl.

Als vor rund einem Jahr ein Brief in Ratinger Mundart bei den Jonges eintraf, glaubten sie ihren Augen nicht zu trauen. Ein Brief aus England, geschrieben in Ratinger Mundart. Absender David Galbraith-Woods, der vor 55 Jahren eine Zeitlang in Ratingen bei der Familie Vössing als Austauschschüler weilte, so erfuhren sie später. Hierbei hat sich eine Freundschaft entwickelt, die bis heute andauert, so Woods. Natürlich hat er als Erwachsener des Öfteren Ratingen aufgesucht, aber den schönen rheinischen Tonfall von damals vermisst. Die einzige Ausnahme bei seinen Besuchen war die Unterhaltung mit seinem Ratinger Freund Hans-Peter Vössing, und deshalb, so schrieb er in seinem Brief, würde er sich freuen, bei einem seiner nächsten Besuche in Ratingen bei einem Treffen des Mundartkreises der Ratinger Jonges dabei zu sein.

Friedel Bonn, der Leiter, nahm den Kontakt auf und so kam es zu einem Treffen im Dicken Turm zwischen dem Mundart-sprechenden Engländer und dem Mundartkreis der Ratinger Jonges. Die Jonges waren erstaunt, denn so oft brauchte bei der anschließenden Unterhaltung, die ausschließlich in Mundart geführt wurde, David Woods nicht korrigiert werden. Da der Mundartkreis außerdem noch sein 15jähriges Bestehen feierte, war es für beide Seiten ein unvergessliches Erlebnis. Selbst der Baas der Jonges, Georg Hoberg, ein 66jähriges Ratinger Urgestein, hatte seine Probleme, der geführten Unterhaltung zu folgen und machte dem Mundartkreis ein großes Kompliment und sagte, wie wichtig es sei, dieses alte Kulturgut zu hegen und zu pflegen.