Jonges in Masuren

Rundreise durch Ermland, Masuren, Memel und Danzig

 

Fotos Masuren I  und    Masuren II

 

Mit einem Zwischenstopp in Berlin mit Stadtbesichtigung begann die mehrtägige Masurenreise.

Masuren und die angrenzenden Regionen sind von tiefen Wäldern, weiten Wiesen, Äckern, kristallklaren Seen und sehenswerten Städten wie Bromberg, Thorn, Allenstein, Peitschendorf, Krutin, Nikolaiken, Rastenburg, Ortelsburg, Hohenstein, Frauenburg, Marienburg und Danzig geprägt.

Große Teile sind als Natur- und Nationalparks ausgewiesen. Seltene Tiere und Pflanzen haben dort ihre geschützten Lebensräume.

Aber im einzelnen:

Bromberg wurde bereits im 12. Jahrhundert als Handelsstadt erwähnt und erhielt 1386 Stadtrechte. Besondere Sehenswürdigkeiten sind die bis heute erhaltene Altstadt mit Speicherhäusern, die St. Vinzent-Basilika sowie das Stadtviertel „Bromberger Venedig“.

Thorn wurde im Jahre 1233 durch den „Deutschen Orden“ gegründet und entwickelte sich zu einer bedeutenden Handelsstadt. Sie wurde Mitglied der Hanse, in der sie bald eine wichtige Rolle spielte. Der größte Sohn der Stadt, Nikolaus Kopernikus wurde hier 1473 geboren und ist noch heute allgegenwärtig, im altstädtischen Rathaus mit Kopernikus-Denkmal, im Kopernikushaus, in dem die Familie lebte, und im St. Johannis-Dom in dem Kopernikus getauft wurde.

Allenstein wurde im Krieg stark beschädigt, ist aber in der Zwischenzeit zu einem wichtigen Industriezentrum aufgestiegen. Sehenswert ist vor allen Dingen die Burg von Allenstein, in der Nikolaus Kopernikus gelebt und gelehrt hat.

Peitschendorf mit dem Heimatdichter Ernst Wiechert, Eckersdorf mit dem bekannten Kloster der Altgläubigen, Krutin sowie Nikolaiken mit einer Schiffahrt auf dem Spierdingsee erwartete die Reisegruppe mit weiteren Sehenswürdigkeiten.

Rastenburg, hier wurden die riesigen, in einem dichten Wald gelegenen Betonbunker der Wolfsschanze besucht. Für einige Mitreisende makabre Erinnerungen an die Zeit der nationalsozialistischen Ideologien.

Heilige Linde wurde schon 1482 als Marienwallfahrtskirche erstmals urkundlich genannt. In den Jahren 1687 – 1730 wurde schließlich das noch heute stehende barocke Gotteshaus mit seinem viereckigen Kreuzgang, figurenreicher Fassade und schmiedeeisernem Eingangsgitter errichtet. Bemerkenswert ist die barocke Orgel mit beweglichen Figuren im Innern der Kirche.

Ortelsburg liegt am Rand der masurischen Seenplatte. Hier wurde der bekannte Schriftsteller Wolfgang Koeppen geboren. Das masurische Museum im Rathaus erinnert an die bewegte Geschichte Masurens und sollte nicht ausgelassen werden.

Hohenstein ist eine Gründung des „Deutschen Ordens“. Die Errichtung der Burg wurde im Jahr 1351 angefangen. Hohenstein hat eine traurige kriegerische Vergangenheit. Hier fand die berühmte Schlacht bei Tannenberg und die gleichnamige Schlacht des 1. Weltkriegs im Jahre 1914 statt. In der Folge wurde das Reichsehrenmal Tannenberg errichtet.

Frauenburg wurde schon 1278 in Aufzeichnungen genannt und ist wegen der Kathedrale mit ihren mächtigen Mauern und dem angrenzenden Museum sehenswert.

Marienburg mit der Besichtigung der Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, u. a. Wirkungsstätte von Nikolaus Kopernikus, erbaut durch den „Deutschen Ritter Orden“, war ein weiterer Höhepunkt der Reise.

Danzig bereits im 6. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, war einst das berühmteste Mitglied der Hanse und hat eine bewegte Vergangenheit. Mehrfach zerstört und beherrscht bis hin zur fast vollständigen Zerstörung im 2. Weltkrieg. Es grenzt schon an ein Wunder, wenn man die Stadt heute nach einer liebevollen Rekonstruktion in Anlehnung frühneuzeitlicher Vorbilder sieht. Viele Sehenswürdigkeiten bringen der Stadt ihren Glanz: das Krantor, das Rechtsstädtische Rathaus, die Frauengasse, die Große Mühle, der Neptunbrunnen, der Artushof sowie die Katharienkirche, um nur einige zu nennen. Günter Grass, Danziger, hat in seinem Roman die „Blechtrommel“ Danzigs Geschichte ausführlich nachgezeichnet.

Kaschuben und die Lontzke Wanderdüne hieß die letzte Exkursion und führte durch einen Landstrich westlich Danzigs, das von Moränenhügeln und der Nähe zum Baltikum geprägt ist. Genannt wurden die Kaschuben nach der Volksgruppe der Kaschuben, die hier lebt. Der Besuch der bekanntesten und gewaltigsten Wanderdüne an der Ostsee liegt auf einer 17 km langen Nehrung zwischen Lebasee und Ostsee, ist 42 Meter hoch und wandert ca. 10 Meter jedes Jahr. Den Namen gab das im Jahre 1540 aufgegebene und von ihr verschüttete Fischerdorf Lonske. Ein gewaltiges Naturereignis!

Für einige Reisemitglieder war der Besuch Masurens mit den angrenzenden Regionen eine Reise in die Vergangenheit, für andere ein neues Erlebnis.

Weitere Infos und Fotos unter: www.ratinger.jonges.de